Der groβe Vogel

Jeudi 11 juin 2015

Der Einsatz des Militärfliegers wird Luxemburg mehr Glaubwürdigkeit und mehr Visibilität in der internationalen Gemeinschaft verleihen

Militärtransporter A400M

Militärtransporter A400M

Am 13. Juni 2001 unterzeichneten Luxemburg und Belgien ein Koperationsabkommen über den Kauf und den Betrieb von acht Militärflugzeugen des Typs A400M. Luxemburg erhält das erste der acht Flugzeuge, das zusammen mit den anderen Maschinen in Belgien stationiert wird. Der Auslieferungstermin ist für Februar 2019 geplant. Daran soll sich auch nach dem Absturz einer A400M nahe Sevilla Anfang Mai nach aktuellem Kenntnisstand nichts ändern. Mit der Beteiligung an dem Projekt beginnt für die Luxemburger Armee eine ganz neue Ära. 

Mit dem umstrittenen Kauf  des A400M, der für heftige Diskussionen in der Politik und in der Gesellschaft gesorgt hat und selbst dem aktuellen Verteidigungsminister Etienne Schneider nicht wirklich schmecken will, begann für die Luxemburger Armee eine neue Zeit. Luxemburg wird als Mitglied der EU und der Nato im strategischen Lufttransport nicht mehr nur einen finanziellen Beitrag leisten, sondern sich am operativen Geschäft beteiligen.

Luxemburg stellt sechs Piloten und echs Loadmaster. Sie werden Teil einer belgisch-luxemburgischen Lufttransporteinheit. Die Hoheit über den Einsatz der Luxemburger Maschine, der sechs Piloten und der sechs Loadmaster aber behält das Luxemburger Verteidigungsministerium. Die Militäreinheit rund um die Flotte – Piloten, Techniker, Air Trafic Controller, meteorologen usw. – besteht aus 950 Personen. Für die Wartung ist die belgische Luftwaffe zuständig.

Der A400M hat eine gröβere Reichweite und eine gröβere Nutzlast als seine Vorgänger Nutzlast als seine Vorgänger Lockheed C-130 und Transall. Bis zu 116 Mann (samt Material) finden in dem Flieger Platz. Mit einer Länge von 45 Metern, einer Breite von 42.4 Metern und einer Höhe von 14.6 Metern können auch zwei Dingos à 12.5 Tonnen transportiert werden.

Die Entscheidung über den Standort der acht Militärtransporter fällt voraussichtlich erst in diesem Herbst. Zwei Stützpunkte stehen derzeit zur Wahl : Melsbrock und Florennes. Laut Oberstleutnant Guy Hoffmann, der für die Koordination des A400M-Projekts zuständig ist, wird der Flieger Luxemburg am Ende nicht mehr kosten als ursprünglich vertraglich festgelegt. Im Gesetz von 2005 waren 120 Millionen Euro festgehalten worden. Inflationsbereinigt werden es am Ende 168 Millionen Euro gezahlt. Die restlichen Zahlungen erstrecken sich bis 2024. Ist der groβe Vogel erst einmal da, kommen auf Luxemburg geschätzte jährliche Operationskosten in Höhe von zwölf bis 15 Millionen Euro zu.

Immer wieder kam es wegen technischer Probleme zu Verzögerungen bei den Auslieferungen. Bislang wurden zwölf von insgesamt 170 bestellten Transportern  ausgeliefert : sechs an Frankreich, zwei an die Türkei, zwei an England, einer an Deutschland und einer an Malaysia. Der Absturz einer Maschine nahe Sevilla vor einem Monat hat Airbus erneut viel Kritik eingebracht. Oberstleutnant Hoffmann bezeichnet die technischen Probleme als „Kinderkrankheiten". Er ist überzeugt, dass diese Mängel bis 2019 behoben sein werden. "Der Transporter befindet sich momentan auf der technischen Entwicklungsstufe 1,5", erklärt er. Bei ihrer Auslieferung sei die Luxemburger Maschine auf dem finalen Entwicklungsstand 3,0. Bis dahin wird die Maschine Hoffmann zufolge auch taktische Flüge ausführen und Fallschirmspringer absetzen können.

Dem Flieger eine Chance geben

Der luxemburgische Verbindungsoffizier bei der belgischen Luftwaffe, Pascal Ballinger, hält die häufig negative Berichterstattung über den A400M, besonders in den deutschen Medien, für überspitzt. Er ist der Ansicht, man sollte dem Flugzeug erst einmal eine Chance geben. Problem bei der Entwicklulng und Verzögerungen bei Rüstungsprojekten seien keine Seltenheit, meint der Oberstleutnant. "Das war bei der C-130, beim Eurofighter oder der Transall nicht anders."

 

Das Cockpit des A400M im Flugsimulator

Das Cockpit des A400M im Flugsimulator

Eckadaten zum Airbus A400M

Vier Motoren Höhe : 14.6m

Transport von Personen (116 Soldaten)

und/oder von Material (32 t)

Flugfläche : 221.5 qm
Höchstlast : 37 t Länge des Laderaums : 17.7m
Leergewicht : 66.5 t Höhe des Laderaums : 3.85 m
Pistenlänge (Landung) : 1 100m Breite des laderaums : 4 m
Pistenlänge (Start) : 2000m Breite der Laderampe : 5.4m
Flughöhe : 12 000 m Frachtraumvolumen : 340m²
Höchstgeschwindigkeit : 780 km/h

Reichweite : 20 t> 6400 km

                    30 t > 4500 km

Länge : 45m  

VON MICHELE GANTENBEIN

Luxemburger Wort - Foto : EATC

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