Der Jugend eine Chance geben

Jeudi 05 mars 2015

Ab heute Donnerstag Hallen-Europameisterschaft in Prag mit vier Luxemburger Athleten

Kugelstoßer Bertemes als 13. der europäischen Saisonbestenliste bei den Titelkämpfen

Für Kugelstoßer Bob Bertemes liegt die Qualifikation für den Endkampf im Bereich des Möglichen.

Bei den 33. Europameisterschaften in der Halle, die heute Donnerstagabend in der 02-Arena in Prag beginnen, ist die Luxemburger Leichtathletik mit vier Athleten vertreten.

Das sind so viele wie noch nie zuvor bei einer Indoor-EM, der diesbezügliche „Rekord“ liegt bei drei Athleten, 1985 waren für Piräus in Griechenland die beiden Sprinter Josiane Reinesch und Jean-Claude Gengler sowie im Hochsprung Raymond Conzemius selektioniert worden. Bei den anderen Luxemburger Teilnahmen war jeweils ein FLA-Athlet dabei, der Hürdensprinter Yves Kirpach machte 1974 in Göteborg den Anfang.

Luxemburger Weg der Förderung

Im Hinblick auf die Titelkämpfe in der tschechischen Hauptstadt haben nicht nur Tiffany Tshilumba (60 m), Gina Reuland (Stabhochsprung), Vincent Karger (400 m) und Bob Bertemes (Kugelstoßen), die nun effektiv starten, die Kriterien erfüllt, sondern auch noch die zwei 800-m-Läufer Charline Mathias und Charel Grethen. Mathias hat aber nach ihrer Verletzung am linken Fußgelenk im Dezember die Indoor-Saison vorzeitig abgehakt, Grethen seinerseits verzichtet auf die Reise nach Prag aus den fernen USA.

Ein wesentliches Merkmal bei der Luxemburger Delegation in Prag ist das junge Alter der Teilnehmer. Tshilumba und Karger gehören als 18-Jährige noch der Kategorie der Junioren an, Bertemes (21 Jahre) ist Espoir und Reuland (22 Jahre) absolviert ihre erste Saison in der Hauptklasse der Seniorinnen.

In Luxemburg gibt es eine gewisse Tradition, diese europäischen Titelkämpfe mit Nachwuchsathleten zu beschicken. David Fiegen war erst 17 Jahre (und sechs Monate) alt, als er 2002 in Wien über 800 m das Finale erreichte und hier Sechster wurde. Ebenfalls Conzemius startete als 17-Jähriger erstmals bei einer Indoor-EM, 1984 in Göteborg (S). Fiegen und Conzemius waren junge talentierte Athleten, die schon in frühen Jahren ihre Chancen warhnahmen und dabei ausschließlich von ihrem sportlichen Umfeld unterstützt wurden. Bei Tshilumba, Reuland, Bertemes und Karger ist das auch der Fall, hinzu kommt aber, dass drei unter ihnen (Tshilumba, Reuland und Bertemes) die spezifischen Strukturen (Sportklassen, Sportlycée) genutzt haben bzw. nutzen, die mittlerweile die Talente fördern und betreuen. Es ist demnach kein Zufall, sondern das Resultat einer gezielten Politik des Aufbaus von Strukturen, dass diesmal die FLA mit vier Athleten bei der EM vertreten ist.

Eine der jüngsten Delegationen

Mit dem Merkmal „Jugend“ unterscheidet sich die FLA-Delegation auch von den meisten anderen Verbänden, die diese EM beschicken. Karger ist der drittjüngste unter den 34 eingeschriebenen 400-m-Läufern, Bertemes der viertjüngste unter den ebenfalls 34 Kugelstoßern (siehe weiteren Artikel), Tshilumba die drittjüngste unter den 39 Sprinterinnen, und jünger als Reuland sind nur sechs Stabartistinnen.

Für Reuland, die den Luxemburger Rekord im Stabhochsprung hält (mit 4,25 m) und für Karger (nationaler 400-m-Rekord mit 47“49) wird es angesichts der Konkurrenz extrem schwierig sein, die nächste Runde (Karger) bzw. das Finale (Reuland) zu erreichen. Will sich Tshilumba (Rekord: 60m in 7“39) für Runde zwei qualifizieren, dann wohl nur über eine weitere Verbesserung ihres Rekordes. Machbar scheint die Qualifikation für den Endkampf der acht Besten Für Bertemes, der mit seinem Luxemburger Rekord von 20,29 m auf Rang 13 in der Hierarchie der für Prag eingeschriebenen Kugelstoßer liegt.

Luxemburger Wort - Von Pierre Gricius. Foto: F. Konnen

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