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Erstmals ausländische Rekruten in die Luxemburger Armee eingezogen
Quelle: Luxemburger Wort / Photo: Guy Wolff
Mar.K. - Einen in ihrer bisherigen Geschichte zweifellos historischen Wendepunkt nahm gestern die Luxemburger Armee bei der Einberufung ihrer 141. Rekrutensession. Erstmals wurden, neben Luxemburger Rekruten, junge ausländische Bürger unseres Landes in die Kasernen auf dem Diekircher Herrenberg eingezogen.
Diese in Europa bisher einzigartige Maßnahme wurde möglich aufgrund des großherzoglichen Reglementes vom 20. März 2003, das eben Jungen und Mädchen aus Ländern der Europäischen Union die Möglichkeit gibt, in die luxemburgische Armee einzutreten. Voraussetzung ist, dass sie seit mindestens drei Jahren in Luxemburg leben und auch die luxemburgische Sprache beherrschen.
Unter den insgesamt 117 jungen Rekruten, die sich gestern auf dem Herrenberg zu ihrer viermonatigen Grundausbildung einfanden, befanden sich insgesamt 24 junge Ausländer, 16 Portugiesen, sechs Italiener und zwei Franzosen. Damit stellt diese 141. Rekrutensession nicht nur aufgrund der Präsenz von Nicht-Luxemburgern einen Meilenstein dar, sondern auch in Anbetracht ihrer Gesamtteilnehmerzahl. So viele Freiwillige hatten sich bisher noch nie auf einmal zu einer neuen Session eingefunden.
Der gestrigen Einberufung waren elf Musterungen vorausgegangenen, wobei sich insgesamt rund 325 Kandidaten präsentiert hatten. Rund 200 waren allerdings bei den Eignungstests durchgefallen.
Charles Goerens: "Ein guter Querschnitt"
Armeeminister Charles Goerens, den wir gestern auf die neue Etappe in der Geschichte der Luxemburger Streitkräfte ansprachen, zeigte sich zufrieden mit der Resonanz, auf die die neue gesetzliche Möglichkeit nun auch bei den jungen ausländischen EU-Bürgern in Luxemburg gestoßen ist. Es sei ein guter Querschnitt der Luxemburger Gesellschaft, der sich bei dieser historischen 141. Rekrutensession präsentierte, bemerkte der Minister.
Portugals Armeeminister bei Vereidigung?
Unkompliziert hatte sich vor der Verabschiedung des Gesetzes auch die Regelung der politischen Grundsatzfragen mit den EU-Partnerstaaten, d. h. den Heimatländern der neuen potenziellen Rekruten gestaltet. Insbesondere Portugal war Luxemburg in seiner spezifischen nationalen Gesetzinterpretierung sehr entgegen gekommen. Wie zu vernehmen war, soll der portugiesische Armeeminister denn auch bei der nächsten Rekrutenvereidigung zusammen mit Charles Goerens voraussichtlich an der Zeremonie teilnehmen.
Das Neuland, das Luxemburg mit der Aufnahme junger ausländischer EU-Bürger in seine Armee nunmehr definitiv beschritten hat, ist im Übrigen in Europa mit Interesse zur Kenntnis genommen worden. Der Generalstab der belgischen Armee, mit der die luxemburgischen Streitkräfte bekanntlich sehr intensiv kooperieren, hat sich bereits über die neuen gesetzlichen und reglementarischen Dispositionen in Luxemburg informieren lassen.



