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Kooperation mit Franzosen
Quelle: Luxemburger Wort / Seite: 23 und Seite: 2 / Foto: C. MOHR / Datum: 02.08.2006
19. Kfor-Kontingent kehrte aus Kosovo zurück
Wie Lt.-Col. Gaston Reinig gestern Morgen erläuterte, werde das luxemburgische Militär in Zukunft bei Friedensmissionen der französischen Armee unterstellt.
Reinig nutzte die offizielle Begrüßungszeremonie der von ihrer viermonatigen Friedensmission aus dem Kosovo heimgekehrten Soldaten des 19. Kfor-Kontingents, um die Auflösung der seit 1992 bestehenden militärischen belgisch- luxemburgischen Partnerschaft bekannt zu geben. (Siehe Innenpolitik S.2) „Die sechs Berufs- und 17 freiwilligen Soldaten haben zusammen mit ihren Offizieren, Unteroffizieren und „Caporaux“ eine wertvolle Arbeit für den Frieden in der Region um Mitrovica (Kosovo) geleistet“, stellte Generalstabschef Col. Nico Ries klar. Dies sei nicht selbstverständlich. Denn schließlich würden sich von den jährlich 200 Rekruten, nur wenige für diesen wichtigen Schritt in der Laufbahn eines Berufssoldaten entscheiden.
Die nun aus Mitrovica zurück gekehrten Soldaten haben täglich Erkundungsfahrten absolviert. Weiter sind auch so genannte „Patrouilles sociales“ durchgeführt worden, um u.a. zu kontrollieren, ob die Strom- und Wasserversorgung sowie die medizinische Hilfe in den Dörfern abgelegener Berggebiete gewährleistet ist. Neben den beiden Nato-Friedensmissionen in der serbischen Provinz Kosovo und am afghanischen Flughafen in Kabul, unterstützen Luxemburger Soldaten auch Truppen der Europäischen Union in Sarajevo. Ein Offizier und ein Unteroffizier wurden nach Kinshasa (Kongo) entsendet, damit auch Luxemburg seine Bereitschaft an der Widerherstellung des Friedens in dem zentralafrikanischen Land signalisiert. Mitte September warten dann auf das dem französischen „Détachement“ unterstellte luxemburgische Peloton Überwachungs- und Erkundungsmissionen in und um die Ortschaft Novo Selo, knapp 25 Kilometer südlich von Mitrovica.
Kfor: Partnerwechsel
bei der Armee
Luxemburg und Belgien werden im Kosovo künftig getrennte Wege gehen. Das nächste Kfor- Kontingent aus dem Großherzogtum wird sich vor Ort den französischen Truppen anschließen. Der Partnerwechsel bei der luxemburgischen Armee drängt sich auf, weil bei den belgischen Nachbarn Planungen laufen, die Armee neu aufzustellen und, damit einhergehend, die Missionen im Ausland neu zu definieren. „Belgien erwägt, sich aus dem Kosovo zurückzuziehen“, so Serge Alzin, Regierungsattaché im Armeeministerium. Auch wenn nicht gewusst sei, wann die belgische Präsenz zu Ende gehe, so habe Luxemburg doch reagieren müssen, erklärt er gegenüber dem „Wort“. Frankreich biete sich als neues Partnerland an, weil es mit dem südlichen Nachbarland die meisten Gemeinsamkeiten in puncto Kultur, Sprache und insbesondere Ausrüstung gebe.
Seit 1992 bestritt die luxemburgische Armee mit den belgischen Streitkräften zusammen 19 Missionen im Kosovo. An der gemeinsamen belgisch-luxemburgischen Aufgabe in Afghanistan, wo hiesige Soldaten am Flughafen in Kabul stationiert sind, ändert der Wechsel auf dem Balkan nichts.



