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Militärparade in der Hauptstadt unter strah lend blauem Himmel „Mir verspriechen, trei ze déngen“ Deutsch-französische Brigade beteiligte sich an der Parade


Unter strahlend blauem Himmel fand gestern die traditionelle Militärparade in der hauptstädtischen Avenue de la Liberté statt. Die Besonderheit in diesem Jahr bestand in der Beteiligung einer Abordnung der deutsch-französischen Brigade und der damit einhergehenden Anwesenheit des deutschen Verteidigungsministers Franz Joseph Jung sowie des für die Verteidigung zuständigen französischen Staatssekretärs Jean-Marie Bockel. Mehrere Tausend Zuschauer wohnten dem Ereignis bei.

Nach dem neuen Kommandanten des Herrenberg, Colonel Romain Mancinelli, war es an seinem Vorgänger Gaston Reinig, die aus Soldaten und Polizisten gebildete Ehrenfront vor der Tribüne am „Rousegäertchen“ abzuschreiten. Gaston Reinig, der im vergangenen Jahr die Nachfolge von Colonel Nico Ries als Generalstabschef angetreten hatte, tat dies nicht als Colonel, sondern als General – ein Titel, der erst im vergangenen Dezember per Gesetz geschaffen worden war.

Nachdem Verteidigungsminister Jean-Louis Schiltz und Justizminister Luc Frieden die Ehrenfront abgeschritten hatten, trafen die für Verteidigung zuständigen Gäste aus Deutschland und Frankreich ein und nahmen auf der Ehrentribüne neben Außenminister Jean Asselborn Platz.

„Die Gesetze des Staates in allem respektieren“

Nach Premier Jean-Claude Juncker und Kammerpräsident Lucien Weiler traf Großherzogin Maria Teresa ein. Als der dunkelblaue Daimler des Hofes mit Großherzog Henri und Erbgroßherzog Guillaume heranrollte, wurden die Truppen in „Présentez-armes“-Stellung gesetzt. Die Militärmusik unter der Leitung von André Reichling spielte beim Abschreiten der Ehrenfront die „Marche Grand-Duc Henri“. Herrenberg-Kommandant Romain Mancinelli erinnerte in einer kurzen Ansprache daran, dass die Armee und die Polizei angetreten waren, um dem Herrscherhaus ihre Reverenz zu erweisen. Man wolle weiterhin treu dienen und die Gesetze des Staates respektieren. Nach dem dreifachen „Vive“ erklangen der „Wilhelmus“ und die Nationalhymne.

An der Ehrentribüne vorbei defilierte zuerst die Armee. Als Gäste mit dabei waren 75 Personen und elf Fahrzeuge der deutsch-französischen Brigade. Die Luxemburger Armee wird sich ab dem 1. Juli im Rahmen eines „Groupement tactique“ der EU mit einem Wasseraufbereitungspeloton an eventuellen Einsätzen dieser deutsch-französischen Brigade beteiligen. Die deutsch- französische Brigade wurde 1987 auf Initiative von Helmut Kohl und François Mitterrand gegründet. Heute bildet sie als schnelle Eingreiftruppe den Kern des Eurokorps, indem sie innerhalb von drei bis fünf Tagen einsatzfähig ist. Ihre rund 5 400 Soldaten sind in Südbaden und im Schwarzwald stationiert, u. a. in Müllheim, Donaueschingen und Immendingen. Seit 2006 beteiligen sich auch belgische und spanische Soldaten regelmäßig an den Aktivitäten der Brigade. Bei der Parade wurde gestern die mobile Wasseraufbereitungsanlage, mit der die Luxemburger Armee bei den Einsätzen teilnimmt, gezeigt. Die Anlage kann 1 600 Liter sauberes Trinkwasser pro Stunde liefern.

Ein noch martialischeres Bild als die mit Maschinengewehren ausgerüsteten Hummer-Geländewagen der Luxemburger Armee boten die französischen und deutschen Panzer. Die deutsch-französische Brigade zeigte daneben auch Lastwagen mit einer Radar-Ausrüstung, die es erlaubt, den Abschussort von Geschossen wie z. B. Mörsergranaten festzustellen.

Nach der Polizei, dem Zoll und den Gefängniswärtern folgten – wie es seit 2006 üblich ist – die Rettungsdienste, das Rote Kreuz und Musiker der Ugda (Union Grand- Duc Adolphe). Mit dabei waren die Hundestaffeln der Rettungsdiensteverwaltung und des Roten Kreuzes. Die Feuerwehr war mit 75 Personen und neun Fahrzeugen vertreten. Unter den gezeigten Einsatzfahrzeugen befanden sich der mobile Kommandoposten des Zivilschutzes und die beiden Krane der „Base nationale de support“ aus Lintgen sowie der hauptstädtischen Berufsfeuerwehr.

Rund 100 Musiker der Ugda aus dem Kanton Clerf mit Schülern der kantonalen Musikschule und Mitgliedern von Musikgesellschaften aus den Gemeinden Clerf, Consthum, Eschweiler, Heinerscheid, Hoscheid, Hosingen, Kiischpelt, Munshausen, Pütscheid, Ulflingen, Weiswampach und Wintger spielten „Lëtzebuerg, Rousestad“. Zu ihnen gesellte sich vor der Ehrentribüne die „Garnisounsmusek“ aus Diekirch. Zusammen spielten sie zum Abschluss die Europahymne.



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