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Militärparade in der Hauptstadt unter strah lend blauem Himmel „Mir verspriechen, trei ze déngen“ Deutsch-französische Brigade beteiligte sich an der Parade
Quelle: Luxembourger Wort Foto: GUY JALLAY / De: RAPHAEL ZWANK / Datum: 24.06.2008
Unter strahlend blauem Himmel
fand gestern die traditionelle Militärparade
in der hauptstädtischen
Avenue de la Liberté statt. Die Besonderheit
in diesem Jahr bestand
in der Beteiligung einer Abordnung
der deutsch-französischen Brigade
und der damit einhergehenden Anwesenheit
des deutschen Verteidigungsministers
Franz Joseph Jung
sowie des für die Verteidigung zuständigen
französischen Staatssekretärs
Jean-Marie Bockel. Mehrere
Tausend Zuschauer wohnten dem
Ereignis bei.
Nach dem neuen Kommandanten
des Herrenberg, Colonel Romain
Mancinelli, war es an seinem Vorgänger
Gaston Reinig, die aus Soldaten
und Polizisten gebildete Ehrenfront
vor der Tribüne am „Rousegäertchen“ abzuschreiten. Gaston
Reinig, der im vergangenen
Jahr die Nachfolge von Colonel
Nico Ries als Generalstabschef angetreten
hatte, tat dies nicht als
Colonel, sondern als General – ein
Titel, der erst im vergangenen Dezember
per Gesetz geschaffen worden
war.
Nachdem Verteidigungsminister
Jean-Louis Schiltz und Justizminister
Luc Frieden die Ehrenfront abgeschritten
hatten, trafen die für
Verteidigung zuständigen Gäste
aus Deutschland und Frankreich
ein und nahmen auf der Ehrentribüne
neben Außenminister Jean
Asselborn Platz.
„Die Gesetze des Staates
in allem respektieren“
Nach Premier Jean-Claude Juncker
und Kammerpräsident Lucien Weiler
traf Großherzogin Maria Teresa
ein. Als der dunkelblaue Daimler
des Hofes mit Großherzog Henri
und Erbgroßherzog Guillaume heranrollte,
wurden die Truppen in „Présentez-armes“-Stellung gesetzt.
Die Militärmusik unter der
Leitung von André Reichling
spielte beim Abschreiten der Ehrenfront
die „Marche Grand-Duc
Henri“. Herrenberg-Kommandant
Romain Mancinelli erinnerte in
einer kurzen Ansprache daran, dass
die Armee und die Polizei angetreten
waren, um dem Herrscherhaus
ihre Reverenz zu erweisen. Man
wolle weiterhin treu dienen und die
Gesetze des Staates respektieren.
Nach dem dreifachen „Vive“ erklangen
der „Wilhelmus“ und die
Nationalhymne.
An der Ehrentribüne vorbei defilierte
zuerst die Armee. Als Gäste
mit dabei waren 75 Personen und
elf Fahrzeuge der deutsch-französischen
Brigade. Die Luxemburger
Armee wird sich ab dem 1. Juli im
Rahmen eines „Groupement tactique“ der EU mit einem Wasseraufbereitungspeloton
an eventuellen
Einsätzen dieser deutsch-französischen
Brigade beteiligen. Die deutsch-
französische Brigade wurde
1987 auf Initiative von Helmut Kohl
und François Mitterrand gegründet.
Heute bildet sie als schnelle
Eingreiftruppe den Kern des Eurokorps,
indem sie innerhalb von drei
bis fünf Tagen einsatzfähig ist. Ihre
rund 5 400 Soldaten sind in Südbaden
und im Schwarzwald stationiert,
u. a. in Müllheim, Donaueschingen
und Immendingen. Seit
2006 beteiligen sich auch belgische
und spanische Soldaten regelmäßig
an den Aktivitäten der Brigade.
Bei der Parade wurde gestern die
mobile Wasseraufbereitungsanlage,
mit der die Luxemburger
Armee bei den Einsätzen teilnimmt,
gezeigt. Die Anlage kann 1 600 Liter
sauberes Trinkwasser pro Stunde
liefern.
Ein noch martialischeres Bild als
die mit Maschinengewehren ausgerüsteten
Hummer-Geländewagen
der Luxemburger Armee boten die
französischen und deutschen Panzer.
Die deutsch-französische Brigade
zeigte daneben auch Lastwagen
mit einer Radar-Ausrüstung,
die es erlaubt, den Abschussort von
Geschossen wie z. B. Mörsergranaten
festzustellen.
Nach der Polizei, dem Zoll und
den Gefängniswärtern folgten – wie
es seit 2006 üblich ist – die Rettungsdienste,
das Rote Kreuz und
Musiker der Ugda (Union Grand-
Duc Adolphe). Mit dabei waren die
Hundestaffeln der Rettungsdiensteverwaltung
und des Roten Kreuzes.
Die Feuerwehr war mit 75 Personen
und neun Fahrzeugen vertreten.
Unter den gezeigten Einsatzfahrzeugen
befanden sich der mobile
Kommandoposten des Zivilschutzes
und die beiden Krane der „Base nationale de support“ aus
Lintgen sowie der hauptstädtischen
Berufsfeuerwehr.
Rund 100 Musiker der Ugda aus
dem Kanton Clerf mit Schülern der
kantonalen Musikschule und Mitgliedern
von Musikgesellschaften
aus den Gemeinden Clerf, Consthum,
Eschweiler, Heinerscheid,
Hoscheid, Hosingen, Kiischpelt,
Munshausen, Pütscheid, Ulflingen,
Weiswampach und Wintger spielten „Lëtzebuerg, Rousestad“. Zu ihnen
gesellte sich vor der Ehrentribüne
die „Garnisounsmusek“ aus
Diekirch. Zusammen spielten sie
zum Abschluss die Europahymne.



