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Verbleib des Luxemburger Isaf-Kontingents in Kabul offen
Belgischer Teilabzug aus Afghanistan stellt Frage nach Zukunft der luxemburgischen Präsenz
Quelle: Luxembourger Wort Foto: JAKUB ADAMOWICZ / Datum: 28.06.2011
Beitrag zur Friedenssicherung in Afghanistan: Gegenwärtig sind neun Luxemburger Soldaten am Flughafen Kabul stationiert.
Kabul/Luxemburg. Über die Zukunft des Luxemburger Kontingents in Afghanistan herrscht vorerst Unklarheit. Nachdem die USA vor einer Woche eine schrittweise Verringerung ihrer Truppen am Hindukusch um ein Drittel oder 33 000 Mann bis zum Sommer 2012 angekündigt hatten, teilte Belgien am Sonntag mit, dass es beabsichtige, sein Kontingent in Afghanistan zum Januar nächsten Jahres von heute 600 auf 300 Soldaten zu halbieren. Derzeit sind neun Luxemburger Soldaten als Teil der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) am Flughafen Kabul stationiert, wo sie dem belgischen Isaf- Kontingent angegliedert sind, das für die militärische Sicherung des Areals zuständig ist. Der Großteil des belgischen Teilabzugs soll genau dort geschehen. Die heute dort dienenden 365 belgischen Soldaten sollen auf 60 verringert werden. Der belgische Verteidigungsministers Pieter de Crem erklärte am Sonntag. „Ihre Mission ist beendet“.
In einer ersten Stellungnahme der Regierung erklärte Verteidigungsminister Jean-Marie Halsdorf gestern auf Anfrage dem „Luxemburger Wort“, dass Belgien mit seinem Beschluss im allgemeinen Trend zur „Afghanisierung“ der Isaf-Mission liege, wie dies zuvor schon die USA und auch Frankreich angekündigt hätten. Anders als andere Isaf-Staaten habe Luxemburg jedoch seit 2003 eine stabile Zahl von Soldaten in Afghanistan stationiert. Auch seien dieses Jahr grundsätzlich keine Veränderungen der Truppenzahl zu erwarten
Gleichwohl räumte Halsdorf ein, dass der belgische Entschluss ein neues Moment darstelle: „Wir müssen unsere Mission auch re-evaluieren und fragen, was bedeutet das für uns?“ Er verwies dabei auf den Grundsatzbeschluss des Nato-Gipfels von Lissabon im November vergangenen Jahres von einer schrittweisen Verringerung des militärischen Engagements der Nato in Afghanistan und der Umstrukturierung der Nato-geführten Isaf-Mission hin zu einer verstärkten Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte. Der Minister betonte: „Wir haben ein gutes Verhältnis zu Belgien“ und beide Seiten stünden in engem Kontakt. Es sei zwar noch zu früh, um etwas zu sagen, doch betonte der Minister: „Wir sind in Afghanistan und noch gehen wir auch nicht fort.“
Der Verteidigungsminister verwies abschließend darauf, dass er am kommenden Montag im Auswärtigen Ausschuss des Parlaments eine Erklärung zur Lage in Afghanistan abgeben werde.



