Ein Diekircher hilft in Mali

Mercredi 18 mars 2015

2012 wurde das Land fast von Islamisten überrannt

Ein halbes Jahr lang hat Philippe Eicher in Mali ausgebildet. 

Der luxemburgische Soldat Philippe Eicher hat shon ein paar Auslands-einsätze hinter sich. Am Dienstag kam er aus Mali zurück. Dort half er, einheimische Soldaten auszubilden. 

23 europäische Nationen. Mehr alrs 500 Soldaten. Und mit dabei ein Luxemburger, Philippe Eicher ist Soldat aus Diekirch. Sechs Monate lang nahm er and der europäischen Trainingsmission in Mali (EUTM Mali) teil. Am Dienstag kam er wieder wohlbehalten zu Hause an.

Das westafrikanische Land Mali wurde 2012 beinahe von islamistischen Terrorgruppen aus dem Nordem des Landes überrannt. Nur das Eingreifen der französischen Armee verhinderte, dass der Staat zusammenbrach. Seit Anfang 2013 hilft die europäische Staatengemeinschaft dem afrikanischen Staat bei der Reform seiner Streitkräfte und deren Ausbildung. Dafür wurde in Bamako, der Hauptstadt im Süden des Landes, ein Hauptquartier eingerichtet. Die Ausbildung findet hauptsächlich im gut 50 Kilometer entfernten Koulikoro statt.

Das Hauptquartier der Trainingsmission ist in der malischen Hauptstadt Bamako. 

Für den 32-jährigen Sergent-Chef Eicher war Mali nicht sein ersten Auslandseinsatz. Dreimal war er bereits in Kosovo. Aber : « Das hier in Mali war schon etwas anderes », sagt Eicher. « Allein das Klima ist eine Herausforderung, aber auch die völlig andere Kultur. » Er war Teil einer internationalen Infanterie-Ausbildungs-kompanie bestehend aus Franzosen, Tschechen, Deutschen und ihm, dem Luxemburger.

Über seine Arbeit sagt Eicher : « Das ist eine Herausforderung, im internationalen Rahmen eine gemeinsame Ausbildungslinie für Soldaten zu finden, die keine Armee nach unserer Vorstellung kennen. Da sind manchmal schon Kleinigkeiten anders». Das gehe bereits bei der Vollzähligkeit los. « Manchmal hatten wir am Morgen Auszubildende da, die wir später am Tag nicht mehr gesehen haben ». Manche gingen, andere kamen. Dennoch waren die Soldaten froh, eine Ausbildung zu bekommen. Und das spürten auch die Ausbilder. Acht Wochen dauert die Ausbildung eines Gefechtsverbandes. Derzeit wird gerade der sechste Verband ausgebildet. Europa will insgesamt acht der verstärkten Bataillone mit etwa 600 Soldaten ausbilden, um dann die Verantwortung an die malische Armee zu übergeben, die danach weitere vier Verbände selber ausbilden sollen.

Islamisten hatten Weltkulturerbe zerstört

Danach werden die malischen Soldaten im Raum um Timbuktu in Zentral-Mali eingesetzt und sollen dort für Staatlichkeit und sollen dort für Staatlichkeit sorgen. 2012 hatten Islamisten die Macht in Timbuktu übernommen. Bis sie vertrieben wurden, hatten sie unter anderem ein zum Unesco-Weltkulturerbe zählendes Mausoleum zerstört. Philippe Eicher hat in Mali Erfahrungen gesammelt, « wie ich sie nie wieder machen kann ». Nach sechs Monaten ist er aber froh, wieder bei seiner Familie zu sein. Neben ihr hat er in Mali besonders das heimische Wetter und Essen vermisst – und viele alltägliche Kleinigkeiten. «  Ich freue mich, dass ich das alles wieder habe . »

Luxemburger Wort - VON JAN SöFJER - Foto: BUNDESWEHR und Google Maps

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