Ewen gewinnt Grand Prix

Lundi 19 janvier 2015

In Aserbaidschan bieten sich dem Sportsoldaten neue Perspektiven

Springreiter möchte in diesem Jahr in der Weltrangliste entscheidend nach oben

Marcel Ewen stellte seine Klasse unter Beweis.

Marcel Ewen liebt Fernreisen, zumindest wenn diese so ertrag- und erfolgreich sind wie diejenige nach Baku (AZE), wo der Luxemburger Springreiter am vergangenen Wochenende beim CSI** als Sieger des Grand Prix hervorging und zusätzlich noch mehrere weitere vordere Platzierungen errang.

Mit den neunjährigen Miss Quidam und Carreras landete Ewen gleich fünf Mal auf dem Podium. Ein bedeutender Sponsor in Aserbaidschan macht dies möglich. Der Sportsoldat darf dort dessen Pferde reiten und soll sie zum Erfolg führen. Seit nunmehr drei Jahren stehen Reiter und Geldgeber in Kontakt. Im November vergangenen Jahres trat Ewen in Baku erstmals bei einem Ein-Sterneturnier an, machte dann über Weihnachten intensivere Bekanntschaft mit dessen Pferden und profitierte jetzt vom Erfahrungswert, um sich mit ihnen in Szene zu setzen.

Bei zwölf Startern im GP über die Hindernishöhe von 1,45 m, erreichte der 32-Jährige gleich mit den zwei Pferden das Stechen. Sowohl mit Carreras als auch mit dem Siegerpferd Miss Quidam legte er dort einen schnellen und risikoreichen Ritt hin, doch obschon er zwei bzw. einen Abwurf beklagte, ging er als Sieger hervor. Denn sein Widersacher Patrick McEntee (AZE) riss mit Zidane D ebenfalls das letzte Hindernis, wies aber gegenüber Ewen mit 7''19 Rückstand die deutlich langsamere Zeit auf. „Sicher ist in Aserbaidschan die Konkurrenz nicht gleichstark wie in Europa“, wies Ewen darauf hin, dass in Baku hauptsächlich einheimische Reiter am Ablauf waren. Doch egal wie, mit
diesem Sieg strich der mehrfache Luxemburger Landesmeister und Pokalsieger 50 Weltranglistenpunkte ein, die für den derzeitigen Marcel Ewen stellte seine Klasse unter Beweis. Weltranglisten-778. einen großen Satz nach vorne bedeuten.

Top 500 als Ziel

Ewens Zielsetzung lautet, möglichst schnell unter die ersten 500 der Weltrangliste zu gelangen. Baku, im Jahr 2018 Gastgeber der Reit-Weltmeisterschaften, bietet sich da als willkommener Standort an. Mitte Februar ist hier erneut ein Zweisterne-Turnier angesagt, gefolgt bis zum Sommer von einem weiteren Drei- und Viersterne-Turnier. „In Baku stehen mir Top-Pferde zur Verfügung. Ich möchte daher die mir sich in Baku bietende Chance nutzen, um noch in diesem Jahr entscheidend im Ranking nach oben zu klettern und so die Kriterien zu erfüllen, die es mir erlauben, weiterhin als Sportsoldat zu fungieren“, so Ewen, der am Wochenende neben dem Grand Prix zudem noch ein Springen über 1,40m gewann, weitere drei Podiumsplätze erreichte und so dem Pferde-Besitzer ein Preisgeld von insgesamt 18 000 Euro bescherte.

Luxemburger Wort - Von Jean-Paul Schiltz - Archivfoto: Christian Kemp

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