Mal „Robin Hood“, mal „Don Quichotte“

Mercredi 04 mars 2015

Führungswechsel beim „Syndicat professionnel de l’armée luxembourgeoise“

Der scheidende Präsident Patrick Frantz (r.) und sein Nachfolger Christian Schleck.

Diekirch. Ein Langer, vor allem harter Weg liege hinter ihm, so Patrick Frantz anlässlich der ordentlichen Generalversammlung des „Syndicat professionel de l’armée luxembourgeoise“ (Spal) in der „Aal Séërei“ in Diekirch. Patrick Frantz wird am 1. April in Rente gehen, sein Nachfolger wird der aktuelle Generalsekretär des Spal, Christian Schleck. Der scheidende Vorsitzender kann auf rund 40 Jahre Dienst bei der Armee und 30 Jahre Gewerkschaftstätigkeit zurückblicken, hiervon zwölf als Präsident des Spal.

Viel, sehr viel gebe es über diese Zeit zu erzählen, so Frantz. Eine Zeit, in der die schwierigen, oft unnötigen, unschönen Momente die schönen Zeiten leider übertreffen würden. Dies sei aber wahrscheinlich das Schicksal eines Personalvertreters in einer militärischen, hierarchisierten Struktur. Auch wenn er im Laufe der Jahre von guten Kollegen mit großen Persönlichkeiten wie u. a. Robin Hood verglichen worden sei, so Patrick Frantz, so sei er sich persönlich doch eher vorgekommen wie „Don Quichotte“.

Während der Versammlung war es zuvor Generalsekretär Christian Schleck, der in seiner Ansprache zuerst auf die Truppenstärke der Armee einging. Ein Personalbestand, der zurzeit weit weg von dem sei, wie er im Gesetz über die Reform 2007 festgehalten wurde, so Schleck. Vorgesehen war ein Kontingent von 500 freiwilligen Soldaten (ohne Offiziere, Unteroffiziere usw.). Ziehe man hiervon durchschnittlich 80 Rekruten ab, dann blieben 420 Personen operationell. Im Moment liege diese Zahle aber lediglich bei 269, was in etwa 64 Prozent entspreche.

Bezüglich der Rekrutierung schlägt der Spal seit drei Jahren eine „Journée d’information“ anstelle einer „Journée post-primaire„ vor, da diese nicht den gewünschten Erfolg bringt. Auch sollen u. a. das Arbeitsamt, der Spos usw. zwecks Rekrutierung mit ins Boot genommen werden, wie Christian Schleck betonte.

Neben Militärlyzeum, Dienstwohnungen, OMP-Gesetz (Opérations pour le maintien de la paix), Militärmusik waren der „Service santé„ und der „Service psychologique de l’armée„ weitere wichtige Themen der Ansprachen von Christian Schleck und Patrick Frantz. Vor allem beim Psychologischen Dienst vermisse der Spal eine klare Trennung zwischen dem militärischen und dem psychologischen Teil. Viele Soldaten würden mit ihren Problemen eher zum Armeeseelsorger gehen als zu einem Psychologen in Uniform, so Christian Schleck. Was die Vorzugs- und Exklusivrechte betrifft, richtete Christian Schleck einen Appell an die Regierung, neue Wege für jene Soldaten zu finden, die die Armee verlassen würden. Ohne diese Rechte würde die Armee massiv an Attraktivität verlieren. Ein weiteres brisantes Thema sei die Postenverteilung bei den Unteroffizieren, wo bei den Soldaten das Dienstalter, im Gegensatz zu den Offizieren, nicht berücksichtigt werde. Hier ist man der Meinung, dass diese Posten ausgeschrieben und das Dienstalter berücksichtig werden sollen.

Spal-Präsident Patrick Frantz ging seinerseits u. a. auf den Wechsel an der Spitze der Armee ein. Obwohl Minister Schneider im Vorfeld eine Kontaktaufnahme mit allen implizierten Parteien angekündigt hatte, um sich ein Bild zu machen, sei das Spal nie um seinen Rat gefragt worden, was man sehr bedauere, so Präsident Patrick Frantz. Mit dem neuen Stabschef, General Romain Mancinelli hätten bereits Unterredungen stattgefunden. (ArWa)

Luxemburger Wort - Foto: Armand Wagner

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