Luxemburger Militärausbilder in Mali

Mardi 02 février 2016

Nah am Kampfgeschehen

„Viele Soldaten hatten Erfahrung mit Kämpfen und damit, Menschen zu verlieren“

Malische Soldaten bei der Schießausbildung unter luxemburgischer Aufsicht.

Eine Mannstärke trägt die Luxemburger Armee zu Frieden und Sicherheit im westafrikanischen Mali bei. Der letzte Ausbilder ist nun ins Großherzogtum zurückgekehrt – mit starken Eindrücken.

Mali ist einer der zahlreichen Konfliktherde Afrikas. Regierungstruppen sind sowohl mit Rebellen konfrontiert, die einen unabhängigen Staat im Norden des Landes fordern, als auch mit Dschihadisten, die sich in der gleichen Region ausbreiten wollen.

In der Sorge, die malischen Streitkräfte seien vor allem den islamistischen Rebellen nicht gewachsen, beschlossen die EU-Außenminister 2013 die Regierungstruppen durch eine multinationale Ausbildungsmission zu unterstützen. Ziel sollte es sein, die territoriale Integrität und die demokratische Ordnung zu wahren. Zudem sollte die Entstehung eines Rückzugsgebiets für Dschihadisten verhindert werden.

Abzug im Januar

Auch Luxemburg nahm an der „European Union Training Mission“ in Mali teil. Jeweils für eine Zeit von sechs Monaten, war ein Soldat entsandt worden. Der letzte der Ausbilder ist Mitte Januar nun ins Großherzogtum zurückgekehrt.

Zwei Aufgaben habe er erfüllt, erklärt der Unteroffizier, dessen Name der Generalstab der Armee wegen der aktuellen Sicherheitslage nicht nennen will: „Mein Land vertreten und meine Arbeit als Instruktor machen.“ Luxemburg habe er bei Arbeitssitzungen aller an der EUTM-Mission teilnehmenden Nationen vertreten, aber auch im Alltag. „Als einziger Vertreter seines Landes spiegelt man immer das Bild seiner ganzen Armee wider“, erklärt er. „Durch sein Benehmen, sein Auftreten und seine Arbeit.“

Mentor zu sein, für einen malischen Unteroffizier und dessen Soldaten, sei seine alltägliche Arbeit gewesen. Das habe von der militärischen Grundlagenausbildung der Rekruten bis hin zur Fortbildung kampferfahrener Einheiten gereicht.

Motiviert und lernwillig

Die Malier hätten einfache Anweisungen zu schätzen gewusst. „Nicht viel reden, aber viel zeigen oder vorführen“, erläutert der Luxemburge. „Des Weiteren wussten sie, warum sie zu uns kamen und, dass sie das Erlernte höchstwahrscheinlich bereits nach kurzer Zeit einsetzen würden. Demnach hatte ich es mit recht motivierten und lernwilligen Soldaten zu tun“.

Denn nah am Kampfgeschehen sind die europäischen Ausbilder allemal. Das westafrikanische Land bleibt von hohen Sicherheitsrisiken geprägt – das nicht nur mehr im Norden, sondern auch im dicht bevölkerten Süden. Gleich zweimal zeigte sich das 2015 mit aller Deutlichkeit: Bei Terroranschlägen im März auf ein Restaurant und im November auf ein Hotel in Bamako starben 25 Menschen – darunter 17 Ausländer.

Die Arbeit in Mali habe ihm keine Schwierigkeiten bereitet, sagt der Luxemburger Unteroffizier. Er sei optimal vorbereitet gewesen und die Sprachkenntnisse von großem Vorteil.

„Kein Selbstmitleid“

„Ein Einsatz in einem solchen Land öffnet einem die Augen“, so seine persönliche Schlussfolgerung. „Man merkt, dass man zu Hause eigentlich ein Herrenleben führt.“ Beeindruckt habe ihn besonders, wie die Menschen mit ihrer Notlage umgehen würden: Sie hätten kein Selbstmitleid und seien stets bereit, anderen beizustehen, denen es noch schlechter geht.

Geprägt hätten ihn aber auch die Gespräche mit den Soldaten, die er trainiert habe. „Viele hatten Erfahrung mit Kämpfen und damit, Menschen zu verlieren“, meint er. Das zeige, wie wichtig der Luxemburger Beitrag in Mali sei. Zudem gebe es Kraft für die alltägliche Arbeit.

Luxemburger Wort - Von Steve Remesch - Foto: Armée

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