„Nicht mehr wegschauen“

Jeudi 10 novembre 2016

St.-Martin-Feier bei der Armee in der „Caserne Grand-Duc Jean“ in Diekirch

Barmherzig sein und helfen, wo Not am Mann ist: Die Botschaft des heiligen Martin stand im Mittelpunkt der Martin-Feier gestern im militärischem Zentrum auf dem Diekircher Herrenberg. Der heilige Martin ist Schutzpatron der Armee.

„Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll“, so Nicolas Wenner, Aumonier der Luxemburger Armee, gelegentlich der traditionellen St.-Martin-Feier gestern in Diekirch. Der Geistliche blickte in seiner Ansprache besorgt und zuversichtlich zugleich auf die Herausforderungen, die in Zukunft auf unsere Gesellschaft zukommen.

„Wo Pferde versagen stehen Esel, die es packen“

Man müsse versuchen, Eltern der Zukunft zu werden, das Neue anzunehmen und das Beste daraus zu machen, aber nicht Kinder der Vergangenheit zu bleiben. In Anspielung auf die Flüchtlinge, die in Kürze in ein Containerdorf auf dem Herrenberg einziehen werden, zitierte Wenner dann einen besonders auch für die Stadt Diekirch passenden Satz des heiligen Johannes: „Wo Pferde versagen stehen Esel, die es packen.“

Er sei überzeugt, dass die Diekircher „Esel“ es schaffen werden, die 250 Flüchtlinge in ihrer Mitte gut aufzunehmen. „Mir Militär sinn hiren direkten Noper a wäerten si all Dag begéinen mam Bléck vum hellege Mäerten, deen hinne seet: Wëllkomm“, so Nicolas Wenner. Man dürfe nicht mehr gleichgültig wegschauen, denn Flüchtling zu sein, sei zum Verzweifeln. Sie hätten alles verloren: ihr Zuhause, Freunde und Familie. Ganz im Sinne des heiligen Martin, der dazu auffordere, barmherzig zu sein und zu helfen, wo Not am Mann ist, solle man den Flüchtlingen gegenüber nicht sein Herz verschließen. Viel Elend gebe es aber auch hierzulande und die Zeit sei gekommen, auch dort nicht mehr wegzuschauen, sondern die Hand zu reichen.

Yves Kalmes, Kommandant des militärischen Zentrums, meinte seinerseits, die Welt sei heute so unsicher wie seit langem nicht mehr: Ukraine, naher Osten, Nordafrika, Attentate in der ganzen Welt. Es sei von daher nicht verwunderlich, dass das Jahr 2016 auch für die Armee ein gut gefülltes Jahr war.

Neben Friedensmissionen in Kosovo, Mali, Afghanistan und in der Zentralafrikanischen Repu-blik, bei denen 70 Luxemburger Soldaten im Einsatz waren und sind, habe es auch zahlreiche Einsätze hierzulande gegeben. Rückblickend könne man sagen, dass die Armee alle ihre Aufgaben, die internationalen und nationalen, mit Bravour gelöst habe. Trotz noch immer enger Personaldecke wolle man aber auch in Zukunft mit dem gleichen Einsatz zu Werke gehen.

Luxemburger Wort - VON NICO MULLER

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