Aufräumen und Anteilnahme

Lundi 04 juin 2018

Nach den schweren Unwettern bietet sich den Einsatzkräften in den betroffenen Ortschaften ein Bild der Verwüstun

Von Müllerthal bis Greiweldingen: Vor allem im Landesosten haben die Unwetter vom Freitag schwere Schäden verursacht. Die Solidarität mit den Betroffenen und bei den Aufräumarbeiten ist groß. Auch das großherzogliche Paar besuchte Opfer und Einsatzkräfte vor Ort.

Neben der Armee, nationalen und lokalen Rettungskräften beteiligten sich auch viele Privatleute freiwillig an den Aufräumarbeiten. (FOTOS: GUY JALLAY / LAURENT BLUM)

Der Regen hat aufgehört, das Wasser ist zu großen Teilen abgeflossen, zurück bleiben Schlamm, Dreck und viel Arbeit. Nachdem in der Nacht zum Freitag eine Unwetterfront vor allem den Osten des Landes hart getroffen hatte, wurden am Wochenende die Aufräumarbeiten, die bereits am Freitag begonnen hatten, fortgesetzt.

Vor allem im Müllerthal, in Grundhof, Waldbillig und Consdorf, aber auch stellenweise weiter südöstlich, etwa in Greiweldingen und Assel, bot sich den Einsatzkräften ein Bild der Verwüstung. Neben nationalen Rettungskräften und lokalen Feuerwehreinheiten war auch die Luxemburger Armee an den Aufräumarbeiten beteiligt. Aber auch viele freiwillige Privatleute hatten sich in die betroffenen Ortschaften begeben, um zu helfen.

Existenzen bedroht

Am Samstag machten sich auch Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa, in Begleitung von unter anderem Innenminister Dan Kersch und Umweltministerin Carole Dieschbourg ein Bild vor Ort. Sie unterhielten sich mit Einsatzkräften und Betroffenen und sprachen ihnen Mut zu.

Viele Gebäude sowie die Einrichtung der Häuser wurden von Wasser, Schlamm und Geröll arg in Mitleidenschaft gezogen, die Existenz einiger betroffener Unternehmer, Hoteliers und Camping-Betreiber ist ernsthaft bedroht.

Die Situation, das zeigt sich an den Folgetagen nochmals, vor Ort ist schlimm, und man kann von Glück sagen, dass niemand ernsthaft verletzt wurde oder gar zu Tode kam. Glück auch, dass das kontrollierte Ablassen eines Staudamms in Bitburg (D) zwar ein Ansteigen der Wasserpegel an Our und Sauer zur Folge hatte, eine bisweilen befürchtete Flutwelle aber ausblieb.

Derweil sind die bereits entstandenen Schäden hoch. So wird etwa der CR 364 zwischen Vogelsmühle und Berdorf sowie zwischen Berdorf und Echternach für mehrere Monate, möglicherweise sogar ein ganzes Jahr, nicht befahrbar sein. Von besagter Straße sind stellenweise ganze Teile eingebrochen und den Abhang hinuntergerutscht.

Auch das Trinkwasser ist stellenweise verschmutzt und sollte nicht zu sich genommen werden, ohne das es zuvor zehn Minuten abgekocht wurde. Mancherorts wurden entsprechende Maßnahmen ergriffen, so wurden etwa in der Gemeinde Waldbillig Flaschen Mineralwasser an die Bevölkerung verteilt.

Auf den zahlreichen Wanderwegen im Müllerthal besteht derweil auch weiterhin die Gefahr von Erdrutschen. Die Polizei warnte am Wochenende davor, die Wanderwege aufzusuchen. Gefahr bestand am Samstag auch durch Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg, die auf der Strecke zwischen Grundhof und Müllerthal gefunden worden waren. Die Situation war aber rasch unter Kontrolle, der Kampfmittelräumdienst der Armee war vor Ort.

Finanzielle Hilfe vom Staat

Um den Betroffenen zu helfen und die Schäden zu reparieren, hat die Regierung 30 Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Privatleute können beim Familienministerium eine schnelle Nothilfe beantragen.gs/TJ/rc/mig

www.mfamigr.gouvernement.lu

Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa, hier unter anderem mit Innenminister Dan Kersch, machten sich vor Ort ein Bild der Situation und sprachen den Betroffenen Mut zu.

Die Pegel an Our, wie hier in Vianden, und Sauer waren hoch, zu einer Flutwelle kam es aber nicht.(FOTO: A. WAGNER)

Viele Betriebe, wie hier diese Werkstatt in Grundhof, wurden vom Unwetter hart getroffen.

Schweres Gerät war vonnöten, um der Verwüstung, wie auf dem Camping in Grundhof, Herr zu werden.

Solidarität mit den Betroffenen

Luxemburg. Die schweren Unwetter haben ein Bild der Verwüstung hinterlassen. Vor allem den Landesosten – das Müllerthal, aber auch einzelne Ortschaften in der Moselgegend – hat es hart getroffen. Die Schäden werden umso deutlicher, nun da das Wasser abgeflossen ist. Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren: Armee, Feuerwehren und viele freiwillige Privatleute sind im Einsatz – die Anteilnahme ist groß. Auch das großherzogliche Paar begab sich in die betroffenen Ortschaften und sprach den Betroffenen Mut zu. gs 

Luxemburger Wort

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