Einsatz an vielen Fronten

Vendredi 09 novembre 2018

Von Mali bis Greiweldingen: Armee blickt bei Sankt-Martin-Feier auf Missionen im In- und Ausland zurück

Die Ehrung ihres Schutzpatrons, des heiligen Martin, hat lange Tradition bei der Armee. In den vergangenen Jahren wurde stets eine militärische Zeremonie auf dem Unabhängigkeitsplatz der Kaserne organisiert. Diesmal wurde allerdings anders gefeiert, und das aus gutem Grunde.

Es sind jedes Jahr mehr oder weniger dieselben Feststellungen, aber nach wie vor treffen sie auch jedes Mal zu. Die traditionelle Feier zu Ehren ihres Schutzpatrons, des heiligen Martin, die gestern Morgen im militärischen Zentrum auf dem Diekircher Herrenberg über die Bühne ging, bietet den Armee-Verantwortlichen stets eine gute Gelegenheit, auf das Geleistete im vergangenen Jahr zurück- sowie auf kommende Aufgaben auszublicken.

Rekrutierungsprobleme in den Griff bekommen

Und so ließ Colonel Yves Kalmes, Kommandant des militärischen Zentrums in Diekirch, seine Zuhörerschaft zunächst wissen, dass derzeit nicht weniger als 104 Luxemburger Militär und Polizisten bei der Trident-Juncture-Übung in Norwegen sowie 26 Armeemitglieder in Litauen im Einsatz sind. Ihr Fehlen in der Kaserne sei denn auch der Grund dafür, dass man in diesem Jahr auf die traditionelle Militärzeremonie unter freiem Himmel auf dem Square de l'Indépendance verzichten musste und stattdessen eine akademische Festsitzung im Festsaal organisierte.

Neben den Einsätzen in Norwegen und Litauen und dem Bereitschaftsdienst in der schnellen europäischen Eingreiftruppe habe sich die Armee auch noch an Friedensmissionen in Mali und Afghanistan beteiligt. 2018 seien über 180 Luxemburger Soldaten operationell im Einsatz gewesen.

Darüber hinaus habe die Luxemburger Armee aber auch hierzulande vom Gesetz vorgeschriebene Aufgaben zu erfüllen, wie Yves Kalmes weiter betonte. In dem Zusammenhang erinnerte der Armee-Verantwortliche an Einsätze Anfang Juni im Müllerthal sowie in Greiweldingen, wo Soldaten vom Hochwasser betroffenen Leuten halfen aufzuräumen und zu putzen.

Auch in den kommenden Jahren würden die Aufgaben nicht weniger, prophezeite Yves Kalmes. Von daher begrüße man eine Reihe Maßnahmen, die im vergangenen Jahr ergriffen wurden, um die nach wie vor vorhandenen Rekrutierungsprobleme zu vermindern. In Zukunft dürfe man denn auch nicht nachlassen die Armee so attraktiv zu gestalten, dass junge Männer und Frauen in ihr beruflich interessante Perspektiven sehen.

Der heilige Martin habe damals seinen Mantel mit einem Obdachlosen geteilt und habe dem Mann so Hilfe und Schutz bieten wollen, Werte, für die auch die Armee stehe, so Armee-Aumônier Nicolas Wenner. Heute seien die Hilfsbedürftigen vielleicht keine Obdachlosen mehr, dafür aber immer häufiger Flüchtlinge, die ihre Heimat wegen Krieg, Terror, Gewalt oder Sklaverei verließen und bei uns auf ein menschenwürdiges Leben hofften.

In verschiedenen Krisengebieten im Ausland teilten Luxemburger Soldaten ihren Mantel mit Tausenden Not leidenden Menschen, die darauf hofften, durch diese Hilfe in dauerhaftem Frieden in ihrem Land leben zu können. Diesen Soldaten gebühre der höchste Respekt, denn ihr Einsatz zeuge von allem, aber ganz bestimmt nicht von Gleichgültigkeit.

Die Feierstunde zu Ehren des heiligen Martin, Schutzpatron der Luxemburger Armee, wurde diesmal im Festsaal der Kaserne auf dem Diekircher Herrenberg abgehalten. (FOTOS: NICO MULLER)

Für seine außergewöhnlich gute Benotung beim Promotionsexamen zum Sergeanten erhielt Gabriel De Almeida (l.) den Ehrendolch aus den Händen von Generalstabschef Alain Duchène.

Luxemburger Wort

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