Charlie Tango Zero One

Samedi 06 juillet 2019

Vorbereitungen der luxemburgischen Armee auf Ankunftdes A400M laufen auf Hochtouren

Eigentlich sollten die vier Piloten der luxemburgischen Armee schon lange auf dem Transportflugzeug des Typen A400M fliegen. Seit mehreren Jahren bereiten sie sich uf diese Aufgabe vor, der erste Pilot begann seine Ausbildung vor sieben Jahren. Doch die Technik hat ihnen mehrere Male einen Strich durch die Rechnung ge-macht. Produktionsprobleme beim Hersteller Airbus haben die Aus-lieferung der Maschine um etliche Jahre verzögert.
Doch die neue Maschine scheint nun endlich im Anflug. Anfang des kommenden Jahres soll die Armee ihren großen Vogel erhalten, die ersten Missionen sind für Anfang 2021 geplant. Damit auch alles klappt, werden die ersten Piloten schon in den kommenden Mona-ten mit ihrer Umschulung auf die A400M anfangen. So auch McDill, einer der vier Piloten der Armee.
Seit 2013 ist er schon am Projekt A400M beteiligt. Ehe er zur Armee gestoßen ist, hat er eine Ausbildung zum Piloten in der zivilen Luftfahrt gemacht. Doch seine Suche nach einem Arbeitgeber ver-lief lange erfolglos. „Dann bin ich auf die Anzeige der Armee gestoßen und habe mich auf Anhieb für diesen Posten beworben“, berichtet er.

Durch die ganze Welt

Heute fliegt McDill durch die ganze Welt. Damit er und die anderen Piloten der luxemburgischen Streitkräfte schon erste Erfahrungen im Bereich der Militärluftfahrt sammeln können, verrichten sie seit einigen Jahren Missionen auf einer Lockheed C-130 Hercules der belgischen Armee. Vom belgischen Militärflughafen Melsbroek, welcher sich in der Nähe von Brüssel befindet, fliegen sie Ziele in ganz Europa, aber auch in Nordamerika, im Nahen Osten und Afrika an. „Es ist schon ein einzigartiger Beruf, den ich ausübe“, weiß McDill seine Arbeit zu schätzen. Der anspruchsvolle Job verlangt dabei von den Soldaten auch einiges ab. Rund 15 Jahre kann die Ausbildung zum fertigen Piloten in Anspruch nehmen. McDill, genauso wie seine drei Pilotenkollegen, verrichten ihre Arbeit auf der Airbase, dort wo auch der A400M sein Zuhause finden wird. Zwei weitere Piloten werden zum Team stoßen, dem auch noch drei Loadmaster angehören. Die luxemburgische Armee stellt somit drei komplette Crews. Während sich die Piloten um den Betrieb des Flugzeugs kümmern, sind die Loadmaster für die Fracht des Trans-porters zuständig.

Die Zeit als Feind

Auch hinter den drei Loadmasters liegt bereits ein weiter Weg. Derzeit befinden sich drei Unteroffiziere der Armee in der Ausbildung zu diesem Beruf.
Jessy ist die einzige Frau im Team. Für die junge Soldatin war der Job eine einzigartige Gelegenheit. „Dieser Job erlaubt es mir, die ganze Welt zu sehen“, erklärt sie ihre Motivation. „Zudem haben wir ein außergewöhnliches Büro“, pflichtet ihr einer ihrer Arbeitskollegen bei.
Die Loadmasters sind für alles zuständig, das sich hinter dem Cockpit abspielt. Im Normalfall dauert das Entladen des Flugzeugs rund zehn Minuten. „In Notfallsituationen kann das aber auch in wenigen Sekunden geschehen“, erklärt Jessy. Droht etwa Gefahr, kann die Fracht von Bord gewor-fen werden –zum Beispiel in Krisengebieten, oder wenn das nötige Material zum Entladen nicht zur Verfügung steht. Als größten Gegner sehen die drei Loadmasters somit auch die Zeit. „Während den Einsätzen stehen wir ständig unter Zeitdruck“, sind sie sich einig.
Doch in Geduld ist die luxemburgische Armee mittlerweile geübt. Die ursprüngliche Auslieferung des Transporters war für 2013 geplant. Das Projekt A400M hat schließlich schon Volljährigkeit erreicht, nicht weniger als sechs Verteidigungsminister beschäftigt. 2001 unterzeichnete der damalige Armeeminister Charles Goerens ein Abkommen mit der belgischen Armee, das den Kauf von acht Militärtransportern besiegelte. Zur Diskussion stand damals auch die Anschaffung eines gemeinsamen Transportschiffes, doch die Idee wurde fallen gelassen. 2005 wurde das Gesetz für den Flugzeugkauf im Parlament verabschiedet. Das erste der acht A400M wird dabei an Luxemburg gehen. Es trägt den Namen CT-01: Charlie Tango Zero One. Die drei luxemburgischen Crews werdenauch Missionen mit belgischen Maschinen fliegen, die Hoheit über sie wird aber weiterhin das luxemburgische Militär haben. Für die Wartung zeichnet das belgische Militär zuständig.

Derzeit fliegt die luxemburgische Armee ihre Missionen mit Maschinen vom Typ Lockheed C-130 Hercules der belgischen Streitkräfte.
Fotos: Lex Kleren

NeueWege gehen

Mit dem Kauf der A400M hat auch die luxemburgische Armee sich neuen Herausforderungen gestellt. Neben der zwingenden Modernisierung und Professionalisierung geht sie durch das neue Material auch neue Wege, was die Verteidigungspolitik angeht. Luxemburg wird in Zukunft eine aktivere Rolle bei den Friedensmissionen spielen können, als das bisher der Fall war.
Das Großherzogtum wird dadurch erstmals nicht nur einen rein finanziellen, sondern auch einen operativen Beitrag in der internationalen Militärgemeinschaft leisten können. Aus diesem Grund befindet sich auch ein Offizier der Armee in Melsbroek, der das Projekt A400M begleitet und überwacht.
Schließlich sind auch die künf-tig sechs Piloten und drei Loadmaster ein Ausdruck dieses Wandels. Bis vor wenigen Jahren hat es solche Jobs bei der Armee überhaupt nicht gegeben.

Von Patrick Besch (Wort)

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