„Mir vergiessen Eech net“

Mardi 17 septembre 2019

Diekirch. „D'Lëtzebuerger Arméi ass eng grouss Famill“: Diesen Satz hört man bei offiziellen Anlässen der Armee stets aufs Neue. Dennoch wird die wahre Bedeutung dieser Worte erst wirklich deutlich in Zeiten des Leids und der Trauer. So wie zuletzt in den Tagen nach dem 14. Februar dieses Jahres, als bei der Explosion einer zu entsorgenden Artilleriegranate aus dem Zweiten Weltkrieg im Munitionslager in Waldhof gleich zwei Militärangehörige ihr Leben verloren hatten und die Armee einmal mehr Zusammenhalt in schwerer Stunde zeigte.

Nach der Enthüllung des Denkmals an der Place du Souvenir der Diekircher Militärkaserne Grand-Duc Jean lässt sich Großherzog Henri anhand der Namen der Opfer nochmals die schwersten Stunden der Luxemburger Armee vor Augen führen.
Fotos: Pierre Matgé

Die tragischen Ereignisse von Waldhof und das neu geschärfte Bewusstsein für die Gefahren des Soldatenberufs mündeten in der Folge aber zugleich in der Idee zur Schaffung eines Denkmals zu Ehren all jener, die in Diensten der Luxemburger Armee getötet wurden. Gestern Morgen wurde dieses nun in einer feierlichen Zeremonie an der Place du Souvenir der Militärkaserne am Diekircher Herrenberg im Beisein der höchsten Autoritäten der Nation enthüllt.
Ob bei Unglücken oder Missionen, ob in der Heimat oder der Ferne
Als Großherzog Henri, Generalstabschef Alain Duschène, Staatsminister Xavier Bettel, Verteidigungsminister François Bausch und Kammerpräsident Fernand Etgen unter den Klängen der Sonnerie aux morts die Köpfe neigten, war es denn auch als verbeuge sich das ganze Land vor jenen 29 Männern, die seit Ende des Zweiten Weltkriegs in Diensten der Luxemburger Armee gestorben sind – ob bei Unglücken oder bei Missionen, ob in der Heimat, in Korea oder im Kosovo.

Der Zeremonie am Herrenberg wohnen auch die hinterbliebenen Familienmitglieder mehrerer getöteter Armeeangehöriger bei. Ein Akt, der auch einmal mehr an die Gefahren des Soldatenberufs erinnert.

Zugleich wolle man den trauernden Familien der Opfer – von denen gestern gleich mehrere vertreten waren – aber auch Mitgefühl und währende Unterstützung zusichern, so General Alain Duschène. Schließlich blieben sie ebenso Teil der Luxemburger Armee wie jene, die aus ihrer Mitte gerissen worden seien.
„Mir vergiessen Eech net“, riefen unterdessen auch Staatsminister Xavier Bettel und Verteidigungsminister François Bausch den Opfern und ihren Hinterbliebenen zu. Zum Gedenken an alle Militärangehörigen sei man aus Sicht der Nation allein schon aus Dankbarkeit verpflichtet, so Xavier Bettel. Aus Dank für deren Entschluss, ihrem Land und ihren Nächsten helfen zu wollen – ob in friedenssichernden Missionen im Ausland oder auch bei Einsätzen im Inland, wie zuletzt nach dem verheerenden Tornado im Süden des Landes.

Staatsminister Xavier Bettel dankt im Namen der Regierung allen Militärangehörigen für den Einsatz im Dienste ihres Landes.

Anschließend schritten die Verantwortlichen aus Politik und Militär dann mit Großherzog Henri zur Enthüllung des neuen Denkmals. Ein Gedenkstein, umringt von zwei Ehrentafeln, auf denen in 29 Namenschildern nunmehr eingraviert ist, was es heißt, für sein Heimatland selbst das höchste Opfer bringen zu wollen.

29 Leben in Diensten der Luxemburger Armee

Seit Ende des Zweiten Weltkriegs wurden 29 Luxemburger Militärangehörige in Diensten der Armee getötet, 19 davon vor und zehn nach Einführung der Freiwilligenarmee im Jahre 1967. Das Mahnmal an der Place du Souvenir der Militärkaserne in Diekirch erinnert ab nun an:

– Soldat René Theis
(gest. 29. Dezember 1945)
– Soldat Pierre Gudendorf
(gest. 14. Januar 1946)
– Soldat Robert Terrens
(gest. 19. Februar 1946)
– Soldat Nicolas Kramp
(gest. 19. Februar 1946)
– Soldat Jean Ehmann
(gest. 15. März 1946)
– Soldat Aloyse Reichling
(gest. 20. März 1946)
– Soldat Pauly Wagner
(gest. 26. Juni 1946)
– Soldat Jean Knebler
(gest. 19. September 1946)
– Soldat Charles Goerges
(gest. 23. September 1946)
– Soldat Robert Kayser
(gest. 18. Juni 1947)
– Lieutenant André Birget
(gest. 21. Februar 1949)
– Caporal Roger Stutz
(gest. 22. August 1952)
– Sergent Robert Mores
(gest. 26. September 1952)
– Adjutant Emile Thill
(gest. 20. April 1953)
– Soldat Eugène Biwer
(gest. 8. Juni 1953)
– Soldat Rodolphe Hoffmann
(gest. 29. September 1953)
– Soldat Nicolas Carl
(gest. 14. September 1954
– Soldat Albert Nardecchia
(gest. 10 August 1963)
–Soldat Alfred Heck
(gest. 20 August 1963)
– Caporal Jean-Claude Hourscht
(gest. 11. Oktober 1975)
– Adjutant Jean-Paul Tandel
(gest. 8. Juni 1982)
– Soldat Georges Stoos
(gest. 12. November 1985)
– Major Michel Rob
(gest. 2. Oktober 1988)
– Caporal Yves Sauber
(gest. 7. Mai 1996)
– Premier Lieutenant Laurent Wester
(gest. 4. November 2009)
– Premier Soldat-Chef Laurent Thommes
(gest. 5. November 2012)
– Adjutant-Major Marc Feinen
(gest. 9. Dezember 2016)
– Adjutant-Major Luc Derneden
(gest. 14. Februar 2019)
– Adjutant-Chef Mike Van de Berg
(gest. 14. Februar 2019)

Von John Lamberty (Wort)

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