Veillée de Noël 2019 - Rückendeckung für den General

Samedi 21 décembre 2019

Minister François Bausch kritisiert „unangebrachte“ Forderung nach Rücktritt von Armeechef Alain Duschène

Diekirch. Die jüngsten Schusswechsel zwischen dem Dachverband der Armee- und Polizeigewerkschaft SPFP auf der einen Seite sowie Generalstabschef Alain Duschène auf der anderen hinterließen ihren Pulvergeruch auch bei der traditionellen Weihnachtsfeier der Armee im militärischen Zentrum auf dem Diekircher Herrenberg.

So kam General Duschène nicht umhin, noch einmal auf die Vorwürfe und Rücktrittsforderungen einzugehen, die der Vorsitzende der Gewerkschaft SPFP, Pascal Ricquier, zuletzt gegen ihn erhoben hatte. Der Hintergrund: Die Gewerkschaft hatte Duschène in Bezug auf die geplante Versetzung von Christian Schleck, Präsident der Armeegewerkschaft SPAL, auf einen neuen, geheimnisgebundenen Posten vorgeworfen, Schlecks gewerkschaftliche Arbeit unmöglich machen zu wollen. Ein Vorwurf, den der General in der Folge mit Verweis auf das übliche Rotationsprinzip bei den Aufgabenzuweisungen innerhalb der Armee, die für ihn nicht ersichtliche Unvereinbarkeit mit dessen Gewerkschaftstätigkeit sowie dem angeblich von Schleck selbst geäußerten Interesse an dem Posten zurückgewiesen hatte.

Rückbesinnung auf Werte In der Folge habe er denn auch zahlreiche Solidaritätsbekundungen erhalten, so Duschène - von Soldaten über Führungskräfte bis hin zum Zivilpersonal, ja sogar von Ex-Soldaten und pensionierten Militärs. Trotz der negativen Werbung der letzten Zeit sei er denn auch überzeugt, dass die Armee gestärkt aus den Querelen hervorgehen werde, so der General, der alsdann dazu aufrief, durch geschlossenes Handeln die Werte der Armee wieder' hervorzuheben: Loyalität, Solidarität, Respekt, Ehre und Hingabe.

Rückendeckung erhielt Alain Duschène im Anschluss auch von Verteidigungsminister François Bausch, der von unangebrachten Rücktrittsforderungen sprach.

Jenseits solcher Gefechte wurde bei der Weihnachtsfeier aber auch an den tragischen Unfall auf dem Gelände des Munitionslagers in Waldhof im Februar erinnert, bei dem zwei Militärangehörige ums Leben kamen und zwei vérletzt wurden, sowie an den am 23. April verstorbenen Großherzog Jean. Zu den Höhepunkten des Jahres zählte General Duschène derweil den Besuch des belgischen Königs im militärischen Zentrum auf dem Herrenberg. Zudem schnitt er die geplanten Renovierungsarbeiten in der Kaserne an, die nun in die Umsetzungsphase gelangten. Ganz oben auf der Prioritätenliste stehe aber die Rekrutierung neuer Soldaten, dies in sämtlichen Armeekarrieren. ' Verteidigungsminister François Bausch mahnte angesichts einer Gesellschaft, in der Debatten immer aggressiver ausgetragen und gleich die letzten Handlungsmittel angedroht würden, eine Rückbesinnung auf die wesentlichen Werte an. Die Armee sei dazu da, diese Werte von Demokratie, Solidarität und Respekt zu verteidigen. Sie müsse hier mit gutem Beispiel vorangehen.

Spenden für Vereinigungen Abschließend wurde der belgische Lt. Col. Gunther Haustrate in Dankbarkeit für seine Unterstützung nach dem Unfall im Munitionslager in Waldhof als Caporal d'honneur ausgezeichnet.

Zudem leisteten, nach der Ehrung etlicher erfolgreicher Militärsportler, die einzelnen Messen Spenden an die Vertreter der Vereinigungen Kannerwonsch, Wäertvollt Liewen und Fondation du Grand-Duc et de la Grande-Duchesse.

Reaktion auf Ultimatum Der Anwalt von General Alain Duschène reagierte gestern auf das Ultimatum, das ihm zwei Tage zuvor der Armeegewerkschafter Christian Schleck gestellt hatte. Er hatte den Armeechef dazu aufgefordert, alle Dokumente mit Bezug zu seiner Versetzung innerhalb der Armee offenzulegen. Antworten auf die Forderungen würden zur rechten Zeit, am rechten Ort der rechten Person gegeben, so das Schreiben des Anwalts. Man könne zudem nicht von einer „Zwangsversetzung" von Schleck sprechen. Der General habe ihn am 11. Dezember über seine Absicht informiert, ihn zu versetzen (das LW berichtete).

Schleck sei dazu aufgefordert worden, bis Dienstag seine Einwände vorzubringen. Eine Entscheidung zu einer Versetzung sei noch nicht gefällt worden. 

Source: WORT.LU

Luxemburger Wort / Ariette Schmit

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