Auf Tuchfühlung mit dem Koloss

Jeudi 08 octobre 2020

Offizielle Präsentation des militärischen Transportflugzeugs A400M im Beisein von Großherzog Henri

Nachdem das luxemburgische Transportflugzeug A400M bereits am Mittwochabend am Flughafen gelandet und dort mit dem traditionellen Wassersalut begrüßt worden war, wurde die von Airbus in Sevilla gefertigte Maschine gestern in Anwesenheit von Großherzog Henri und Verteidigungs- minister François Bausch (Déi Gréng) offiziell vorgestellt. Es handelt sich dabei um die erste von insgesamt acht Maschinen, die Luxemburg gemeinsam mit Belgien anschafft und die unter der Kontrolle des European Air Transport Command (EATC) stehen werden.
In seiner Rede unterstrich Bausch, dass man im Großherzogtum mit Ungeduld auf das Flugzeug gewartet habe, wurde es doch immerhin bereits im Jahr 2001 bestellt. Bausch wies zudem darauf hin, dass der A400M auch bei zivilen Hilfsmissionen eingesetzt werden könne. „Es handelt sich um ein Projekt mit Vorbildcharakter für zukünftige Missionen, die dem Frieden und der Sicherheit auf der ganzen Welt dienen.

Der belgische Botschafter Thomas Lambert meinte, es handele sich bei dem Projekt nicht um Luxus, sondern mit Blick auf den geopolitischen Kontext um eine Notwendigkeit. Es gebe eine solide militärische Zusammenarbeit zwischen Belgien und Luxemburg und die neue binationale Flotte stelle einen Beitrag zu den strategischen und taktischen Transportkapazitäten Europas dar.
Vier Piloten haben Ausbildung abgeschlossen

Der A400M ist 45 Meter lang, 42,4 Meter breit und 14,6 Meter hoch. In ihm finden bis zu 116 vollausgestattete Soldaten Platz. Es können auch zwei Dingos, gepanzerte Aufklärungsfahrzeuge, damit transportiert werden. Luxemburg hat sich dazu verpflichtet, sechs Piloten und sechs Loadmaster, die für die Fracht zuständig sind, zur Verfügung zu stellen.
Bislang haben vier Piloten ihre Ausbildung abgeschlossen, zwei sind noch dabei. Einer der luxemburgischen Piloten war am Mittwoch auch bereits als Co-Pilot im Einsatz. Der Pilot Daniel Olsem, der aktuell das Vorläufermodell des A400M, die C-130 Hercules, fliegt, gibt einen Einblick in die Ausbildung. „Nach fünf Jahren an der Militärakademie in Brüssel folgen auf dem Weg zum Bordkommandanten noch einmal gut und gerne fünf bis sechs Jahre." Zur Ausbildung gehört auch die Teilnahme an Missionen. Olsems Einsätze führten ihn beispielsweise bereits nach Afghanistan, in den Irak und nach Mali. Er sei sich bewusst, dass stets ein gewisses Risiko bestehe. Diesen Umstand gelte es jedoch nicht zu verdrängen, man müsse die Gefahr genau berechnen und könne sie dann auch minimisieren.
Bei den Loadmastern haben hingegen erst zwei Personen ihre Ausbildung abgeschlossen. Hier ist man laut François Bausch noch auf der Suche nach geeigneten Kandidaten. Heute fliegt der A400M mit Bausch als Passagier im Cockpit weiter zu seinem eigentlichen Stützpunkt nach Melsbroek nordöstlich von Brüssel, wo ihn die belgische Verteidigungsministerin in Empfang nehmen wird. In Melsbroek hat gerade der Bau eines neuen Hangars mit der Fläche von zwei Fußballfeldern begonnen. Bis 2023 sollen die restlichen sieben Maschinen ausgeliefert sein.

Source: Luxemburger Wort/Marc Hoscheid

Revenir à la liste des actualités