„Ich habe mich definitiv richtig entschieden“

Jeudi 05 mars 2020

SERIE HERRENBERG IN FRAUENHAND Ein Gespräch mit Premier Sergent Liz Heintzen

Im letzten Teil der Serie „Herrenberg in Frauenhand“ spricht das Tageblatt mit Premier Sergent Liz Heintzen. Die junge Mutter erweist sich als schlagfertige Gesprächspartnerin, die in den letzten elf Jahren etliche  Herausforderungen meistern musste. Dabei hat sich das Militär als wichtige Stütze herausgestellt.

Bislang hat Premier Sergent Liz Heintzen nur gute Erfahrungen beim Militär gemacht. Die Armeeführung helfe ihr sogar dabei, Karriere und Familie unter ein Barett zu bringen.
Foto: Editpress/Julien Garroy

„Am Anfang tut es ganz kurz weh. Und danach tut es lange Zeit gut“, sagt Liz Heintzen, während sich ihre Lippen zu einem sympathischen Lächeln verziehen. Gemeint sind natürlich die strenge Grundausbildung und die anschließende Karriere beim Militär. Kein einziges Mal seien ihr in den letzten elf Jahren Zweifel gekommen: „Ich habe mich definitiv richtig entschieden“, betont die 31-Jährige.

Dabei hatte sie zunächst noch den klassischen Bildungsweg über eine „Commerce“ eingeschlagen. „Mir wurde aber rasch klar, dass das nicht das Richtige für mich ist. Ich konnte mich absolut gar nicht damit identifizieren“, erinnert sich Premier Sergent Heintzen. Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung sei sie dann aufs Militär gestoßen. „Auch wenn ich mir noch nicht ganz sicher war, was auf mich zukommen sollte, wusste ich doch um die zahlreichen Möglichkeiten, die sich nach dem Abschluss der Grundausbildung bei der Armee auftun“, so die junge Frau.

Enttäuscht wurde sie nicht: Gleich mehrmals sah sich Heintzen in den ersten elf Jahren ihrer Karriere mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Und immer wieder bot der Militärdienst ihr die nötigen Mittel, diese neuen Lebensabschnitte erfolg-reich zu meistern. Wie kurz nach ihrer Musterung im Jahr 2008, als sie als frisch gebackenes Mitglied einer UDO („Unité de disponibilité opérationnelle“) bei einem Verkehrsunfall verletzt wurde. Am Schreibtisch einer Einheitsverwaltung konnte sie sich daraufhin von ihren Verletzungen erholen.

UDO, Dingo und Kosovo

„Nach meiner Genesung aber wollte ich unbedingt wieder raus aufs Feld“, erklärt Premier Sergent Heintzen. Dem Wunsch wurde Folge geleistet: Heintzen wurde der UDO 3 zugeteilt, die nach einem erfolgreichen Aus-landseinsatz nun mit der Inbetriebnahme der neuen Dingo Fahrzeuge beauftragt worden war. „Eine schöne Zeit“, so das Fazit der jungen Frau, die kurz darauf mit einer neuen Entscheidung konfrontiert wurde.

Nach dem Freiwilligendienst war die Zeit gekommen, einen neuen Weg einzuschlagen. „Eigentlich wollte ich ursprünglich zur Polizei. Meine Erfahrungen beim Militär haben mich aber dazu bewegt, das Unteroffizier Examen zu absolvieren“, erklärt Heintzen.

Als frisch gebackene Unteroffizierin kam Heintzen nach 2015 dann doch noch zu ihren Auslandsmissionen in Litauen und im Kosovo. Einsätze, die Heintzen zu den Höhepunkten ihrer Karriere zählt. Vor allem das Training mit „ihren Jungs“ sei ihr in besonders guter Erinnerung geblieben: „Wir waren einfach ein zusammengeschweißtes Team“, erinnert sich die Unteroffizierin.

Später habe sich ein Mitglied der Einheit bei ihr für ihre Führungsarbeit bedankt. „Diese Person ist heute ebenfalls Unteroffizier. Das war ein ganz besonderer Moment“, erzählt Heintzen stolz.

Immer wieder hebt die Unteroffizierin im Gespräch die abwechslungsreichen Momente beim Militär hervor und die unterschiedlichsten Herausforderun-gen, die sich in regelmäßigen Abständen auftun. So bemüht sich die junge Mutter aktuell darum, Karriere und Privatleben unter einen Hut zu bringen. „Wobei die Militärführung jungen Eltern wirklich entgegenkommt“, unterstreicht die 31-Jährige, die mittlerweile halbtags in der Verwaltung der Grundausbildung arbeitet.

Die ständigen Herausforderungen seien gerade das Spannende an ihrer Tätigkeit, betont Liz Heintzen. Die Vielfalt der Möglichkeiten auf dem Herrenberg gehörten denn auch zu den Stärken des Luxemburger Militärs. „Und wer noch nicht weiß, was er oder sie machen möchte, wird es spätestens hier oben herausfinden“, so Heintzen mit einem vielsagenden Lächeln.

Eric Hamus (Tageblatt)

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